Tipps für Freunde und Nachbarn


Wir möchten Freunde und Nachbarn von an Demenz erkrankten Menschen ermutigen, weiter guten Kontakt zu ihnen und ihren Familien zu halten. Dabei kann es helfen, sich über ein paar bewährte Umgangsregeln zu informieren. Unsere kleine Sammlung beruht auf den Grundsätzen der Validation (Wertschätzung). Den Begriff hat Naomi Feil geprägt, eine der genialsten Forscher/innen und Praktiker/innen in Sachen Umgang mit Demenz.
(Literaturhinweise:
Naomi Feil, "Ausbruch in die Menschenwürde" Kohlhammer Verlag,
Naomi Feil, "Validation in Anwendung und Beispielen" Reinhardt-Verlag).

Familien, die von einer Demenzerkrankung betroffen sind, brauchen dringend gute Freunde und Nachbarn. Sie können kostbare Erinnerungen wach halten helfen und Auszeiten im Alltag unterstützen.

  • Entscheidend ist die Grundhaltung, die Achtung vor der Person und Würde der Menschen mit Demenz. Sie bleiben erwachsene Personen mit großem Erfahrungsschatz - Selbst wenn ihr Verhalten an das von Kindern erinnert.

  • Aufmerksame Gegenwart ist wichtiger als vieles Reden.

  • Am Gesichtsausdruck können Sie oft ablesen, ob Sie verstanden wurden.

  • Bleiben Sie während des Gesprächs im Blickfeld Ihres Gesprächspartners.

  • Sprechen Sie nicht lauter als gewöhnlich und im normalen Umgangston.

  • Formen Sie eher kurze, eindeutige Sätze.

  • Vermeiden Sie Warum-Fragen.

  • Warten Sie mit Geduld auf eine Reaktion, ohne gleich nach zuhaken.

  • Sprechen sie z.B. über Dinge, die Sie gerade sehen, oder gemeinsame Erfahrungen von früher.

  • Zeigen Sie Fotos und Gegenstände aus der gemeinsamen Vergangenheit (Aber bitte nicht in eine Testsituation verfallen: "Überleg doch mal, die musst du doch kennen!").

  • Versuchen Sie nicht, mit Ihrer Sicht der Dinge recht zu behalten, selbst wenn das noch so nahe läge.

  • Versuchen Sie statt dessen zu verstehen, in welcher Wirklichkeit Ihr Gegenüber sich gerade befindet, und in die Welt des andern ein Stück einzutauchen mit Ihrer Reaktion.

  • Vielleicht hilft ein gemeinsamer Spaziergang oder das Anstimmen von altbekannten Liedern manchmal, das "Eis zu brechen".

  • Sorgen Sie auf alle Fälle auch gut für sich. Sprechen Sie z.B. mit jemand aus der Familie des Erkrankten über ihre Unsicherheiten (Aber nicht in Gegenwart der Betroffenen über sie herumdiskutieren!)